Wenn ein Insekt den Tagesplan umschreibt
Gestern hat mich ein Stich komplett ausgebremst. Ich hatte eigentlich tausend Pläne im Kopf: Strickmützen, neue Etuis, ein bisschen Hofladen‑Deko. Falsch gedacht. Stattdessen lag ich plötzlich auf dem Arztbett, mit einer Infusion im Arm, völlig durch den Wind und überhaupt nicht mehr in meinem eigenen Tagesplan.
Der Kreislauf war im Keller, der Blutdruck im obersten Stockwerk und die Schwellung hat genervt, die Haut hat geklebt, der Arm war schwer, und jede Bewegung hat gerieben. So etwas braucht kein Mensch, und schon gar nicht mitten in einem kreativen Tag, an dem man eigentlich loslegen wollte.
Also habe ich heute beschlossen: Ich mache langsam. Mein Mann kümmert sich um die Zwetschgen, und ich bleibe drinnen. Nicht, weil ich nichts tun möchte, sondern weil mein Körper mir sehr deutlich gezeigt hat, dass er eine Pause braucht.
Und ehrlich gesagt: So eine Pause tut manchmal sogar gut.
Ich sitze jetzt an meinem Basteltisch, trinke etwas, und widme mich Fräulein Karotte. Keine großen Projekte, nichts, was den Arm belastet. Einfach ein bisschen Kreativität, ein bisschen Ruhe, ein bisschen „Ich‑Zeit“. Manchmal entstehen die besten Ideen genau dann, wenn man eigentlich gar nichts Großes machen kann.
Vielleicht ist das der kleine Reminder, den ich gebraucht habe: Nicht immer Vollgas. Manchmal einfach nur da sein, atmen, schauen, was der Tag bringt.
Und morgen – oder übermorgen – geht’s wieder weiter. Mit Mützen, mit Cord, mit Hofladen, mit allem, was mir Freude macht und hoffentlich ohne Bienenbesuch!